Was machen, wenn’s grad nicht gut geht?!

Prof. Dr. med. Martin Storr
Prof. Dr. med. Martin Storr
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie (LMU)
München
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Bei starken, andauernden oder immer wiederkehrenden Bauchbeschwerden ist immer ärztlicher Rat gefragt. Wenn der Bauch aber nur kurz mal grummelt und sich nicht gut anfühlt, ist es wichtig zu wissen, wie man sich selbst helfen kann. Geeignete Selfcare-Tipps geben der Gastroenterologe Prof. Dr. med. Martin Storr vom Gesundheitszentrum Starnberger See und die in eigener Praxis in Münster tätige Diätassistentin Dipl. med. päd. Birgit Blumenschein. 

„Was tun, wenn es dem Bauch nicht gut geht? Das ist keine einfache Frage, weil das verschiedenste Ursachen haben und sich bei jedem anders äußern kann. Manchmal ist der Magen das Problem, manchmal der Darm – und im Dünndarm machen sich diese häufiger als Blähungen bemerkbar, während sie sich im Dickdarm eher als Durchfall oder Verstopfung zeigen. Und ob ich nach den Mahlzeiten Völlegefühle habe oder vom Tisch aus direkt auf die Toilette rennen muss, das sind völlig unterschiedliche Dinge, da gibt es kein Pauschalrezept.“ 
(Martin Storr)

„Nicht rund um die Uhr essen und ständig zwischendurch snacken: Unser Verdauungsapparat mag es, wenn er zwei bis drei Mahlzeiten bekommt und dazwischen richtig Ruhe hat, um sich zu putzen. Denn 90 Minuten nach dem Essen startet das Programm, mit dem der Körper die Speisereste aus Magen und Dünndarm austreibt. Und wenn wir das nie zulassen, bekommen wir Beschwerden.“ 
(Martin Storr)

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„Ein guter Tipp ist, dass man in seinen Körper hineinhorcht – und wenn es einem nicht gut geht, sollte man sich hinlegen und sich sagen: Okay, ich habe jetzt Verdauungsprobleme, dann lege ich mich eben hin und gönne meinem Körper Ruhe. Idealerweise mit einer meditativen Musik oder einer Achtsamkeitsmeditation im Hintergrund. Das tut dem Bauch gut.“ 
(Martin Storr)

„Manche Menschen profitieren davon, wenn sie sich im Liegen eine Wärmflasche auf den Bauch legen. Hier sollte man aber sehr vorsichtig sein: Die Temperatur darf niemals über 40 Grad sein! Sonst kann man sich die Bauchhaut und die darunterliegenden Schichten verbrennen. Ansonsten ist Wärme aber gut und kann nach Bedarf angewendet werden. Das kann man unterstützen.“ 
(Martin Storr)

„Auch Aromaöl-Massagen können wohltun. Allerdings soll man sich gründlich einlesen und gut auskennen, um zu wissen, wie und womit massiert wird. Denn sonst kann ich die Beschwerden damit sogar noch schlimmer machen. Ideale Öle für derartige Massagen sind Pfefferminzöl, Kümmelöl oder Lavendelöl, weil sie bei Verdauungsbeschwerden günstig sind.“ 
(Martin Storr)

„Hinterfragen, ob man seinem Körper eigentlich genügend Ruhe gönnt. Und Ruhe bedeutet wirklich, dass man mindestens eine Stunde am Tag für sich selbst einplant. Diese Zeit sollte nichts mit Beruf oder Familie zu tun haben, sondern wirklich der Entspannung dienen. Da gehört auch mal das Handy beiseitegelegt und lieber ein Buch in die Hand genommen – oder ein Kopfhörer aufgesetzt und Musik gehört.“ 
(Martin Storr)

„Natürlich gibt es ein paar Dinge, von denen man weiß, dass sie generell günstig für den Bauch sind: Man sollte sich insgesamt ausgewogen ernähren und die einzelnen Portionen eher klein halten, um den Verdauungstrakt zu entlasten. Umgekehrt können Verdauungsbeschwerden auch Zeichen einer Fehlernährung sein – häufig im Sinne von zu viel. Man sollte deshalb kritisch hinterfragen, ob man vielleicht nicht doch zu viel Kaffee, zu viel Süßes – oder auch zu viel Rohkost konsumiert.“ 
(Martin Storr)

„Viele Menschen profitieren davon, wenn man das Entspannungsverhalten durch Dinge unterstützt, die bei Reizdarmsymptomen bereits sehr gut etabliert sind: die Achtsamkeit für den Reizdarm, die Darmhypnose oder die progressive Muskelrelaxation für den Darm. Das sind Maßnahmen, die exzellent Beschwerden lindern und eigentlich von jedem angewendet werden können, der Probleme mit dem Bauch hat.“ 
(Martin Storr)

„Moderate Wärme zum Beispiel in Form eines Kirschkernkissens kann helfen, die verkrampfte Muskulatur zu entspannen – und bietet damit eine sehr gute Möglichkeit, sich und seinem Bauch etwas Gutes zu tun. So kann Anspannung mit einem einfachen Hausmittel begegnet werden.“ 
(Birgit Blumenschein)

„Was ganz viele Menschen schon seit ihrer Kindheit als Hausmittel kennen sind Tees, beispielsweise gegen Blähungen. Und viele trinken, wenn sie krank sind, ganz selbstverständlich Kamillen-, Fenchel- oder Anistee – wobei von diesen Dreien tatsächlich Anis meist die richtige Wahl ist, wenn’s dem Bauch grad mal nicht gut geht. Aber auch die Wärme des Getränks an sich tut gut, beruhigt und kann der Muskulatur helfen zu entspannen.“ 
(Birgit Blumenschein)

„Weniger ist mehr! Es kann helfen, dem Verdauungstrakt erstmal eine kleine Ernährungspause zu gönnen, Magen und Darm also kurzfristig nichts zum Verarbeiten zu geben. Das ist allerdings nur punktuell und für kurze Zeit zu empfehlen. Sonst könnten der Darm und das dort ansässige Bakterienmilieu unnötig aus dem Gleichgewicht geraten.“ 
(Birgit Blumenschein)

„Auch Bewegung kann guttun, denn sie kann die Peristaltik - also die Eigenbewegung des Verdauungstrakts - günstig beeinflussen. Der Darm bewegt sich zwar auch, wenn wir uns nicht bewegen, aber wir können ihn dabei unterstützen, zum Beispiel durch einen entspannten Spaziergang.“ 
(Birgit Blumenschein)

„Manchmal kann auch eine leichte Bauchmassage helfen, die Peristaltik - also die natürliche Darmbewegung - anzuregen. Eine einfache Selfcare-Übung ist es, mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn über den Bauch zu streichen – quasi vom Blinddarm in einer kreisenden Bewegung auf die andere Seite. Wenn etwas „klemmt“, kann das helfen, natürlich nach draußen zu gelangen.“ 
(Birgit Blumenschein)

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